Heute vor 27 Jahren wurde id Software gegründet

1991 … das hört sich unwirklich lang her an. Dabei kommt es mir wie gestern vor, dass ich vor dem Röhrenmonitor saß und die Diskette mit der Aufschrift „Keen“ einlegte. Obwohl, Röhrenmonitor und Diskette? Ist dann wohl doch länger her. 


Nicht allein wegen der Anzahl der Jahre auf dem Buckel kann man die Gründung von id Software unter Videospielgeschichte einordnen, sondern auch dadurch, dass damit die gesamte Computerspielbranche maßgeblich beeinflusst wurde. Der Untertitel des Buches „Masters of Doom“ von David Kushner trifft es perfekt: How Two Guys Created an Empire and Transformed Pop Culture.

Alles begann in den Büros von Softdisk, in denen John Romero, John Carmack, Adrian Carmack zusammen trafen, um an Spielen für die monatliche PC-Spiele-Diskette Gamer’s Edge zu arbeiteten. Ab und an half auch Gamedesigner Tom Hall mit aus. Dort in diesen Büros gelang John Carmack Ende September 1990 ein großer technischer Durchbruch: er hatte es geschafft, eine Engine für Full-Scrolling in vier Richtungen für den PC zu schreiben. Carmack und Tom Hall arbeiteten bis spät in die Nacht an einer Demo, in der man das erste Level von Super Mario Bros. 3 in Carmacks neuer Engine durchspielen konnte, mit Romeros Spiel-Charakter Dangerous Dave. Sie nannten es Dangerous Dave in Copyright InfringementAls Romero am nächsten Morgen ins Büro kam, fand er eine Diskette mit der Aufschrift „Run me“ auf seinem Computer. Romero war begeistert und erkannte das gewaltige Potenzial, so etwas war zu dieser Zeit auf dem PC noch nicht realisiert worden. Noch an diesem Tag sprachen John Carmack, John Romero, Lane Roathe, Tom Hall und Jay Wilbur über die Zukunft.

Sie arbeiteten nun in ihrer Freizeit an einem eigenen Jump ’n’ Run mit dieser Technik, teilweise auf Softdisk-PCs, die sie sich nachts „ausborgten“ und früh wieder mit ins Büro brachten, teilweise auch während der Arbeitszeit. Softdisk hatte zunächst kein Interesse an dem Einsatz dieser Technik für ihre Spiele, da diese EGA voraussetzte, viele PCs ihrer Kunden aber nur CGA unterstützten. Und so kam man mit  Apogee Software ins Geschäft, die am 14. Dezember 1990 das Spiel Commander Keen: Invasion of the Vorticons als Shareware veröffentlichten. Offiziell gegründet wurde das Unternehmen id Software am 1. Februar 1991. Die id-Gründer hatten nach dem Erfolg von Commander Keen zum 31. Januar Softdisk kollektiv verlassen, und so kam es, dass sie anfangs immer noch die monatlichen Spiele-Disketten für Softdisk produzieren musste, um Vertragsstrafen zu entgehen.

Während sich Commander Keen zum größten Shareware-Hit bis dahin entwickelte, arbeitete John Carmack bereits an einer Technik für 3D-Spiele. Mit Hovertank und Catacomb 3D veröffentlichten sie ab Mitte 1991 zwei First-Person Action-Spiele mit Carmacks neuer Technologie für Softdisk, um ihren Vertrag zu erfüllen. Diese Spiele sorgten bereits für großes Aufsehen. Catacomb 3-D bot sogar noch vor Ultima Underworld von Origin Texture Mapping.
Carmacks 3D Engine war so gut, dass man sich zum Bedauern von Tom Hall gegen eine weitere Keen-Trilogie entschied. Der nächste Titel würde ein Fast-Action First-Person Shooter in 3D sein.

So kam Wolfenstein 3D. Dieses Spiel schaffte es, die Industrie zu schocken. Es gab nichts Vergleichbares. Nach Wolfenstein kam Doom. Doom veränderte „nur“ eine ganze Branche. Doom veränderte die Art und Weise, wie wir spielen. Doom änderte alles. Auch Quake wurde wieder ein Meilenstein, der die Popularität des Spielens mit- und gegeneinander stark beeinflusste.

Und auch mich haben diese Spiele unmittelbar beeinflusst. Sie haben mich mein Leben lang begleitet und ich habe viele schöne Erinnerungen an diese Spiele und besonders auch an die Menschen, die ihre Begeisterung mit mir geteilt haben. Man kann sagen, ich bin ein Zeitzeuge der Videospielgeschichte. Nicht der ganzen Geschichte aber von einem großen Teil. Und wenn ich so zurück denke an meine Anfänge mit dem MSFS4 und Commander Keen und den anderen, unzähligen EGA-Shareware Titeln und dann diese enorme Entwicklung der Spiele, der Technik und der ganzen Branche betrachte, dann wird mir wieder bewusst, wie wichtig mir Spiele in meinem Leben sind, wie sehr sie mich inspirieren und wie wenig verschwendet mir die viele Zeit mit ihnen vorkommt.

Das tolle Titelbild habe ich übrigens folgendem Tweet entnommen.

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Quellen:


id Software bei videospielhalbwissen.de:

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