Blickfeld: Black Mesa

Die von Fans produzierte Neuauflage von Half-Life (1998) ist nach 13 Jahren Entwicklungszeit abgeschlossen. Das Spiel gehört schon lange ins Blickfeld.

Half-Life – einer der großen Klassiker des Shooter-Genres ist inzwischen auch schon über 20 Jahre alt. Das Original ist zwar immer noch spielbar und der Port auf die Source-Engine Half-Life: Source (2004) sieht sogar noch ganz ok aus. Und doch ist das Spiel reichlich betagt, hatte zum Erscheinen 1998 schon Ecken und Kanten und viele Elemente sind nicht mehr zeitgemäß. Der Source-Port von 2004 wurde zudem damals schon von Fans als „lieblose Eins-zu-eins-Kopie“ mit nicht mehr zeitgemäßen Texturen kritisiert.

Vergleich zwischen Half-Life (1998) und Half-Life: Source (2004).

Daraufhin begannen Fans der Serie an eigenen Neufassungen auf Grundlage der Source-Engine (Engine von Half-Life 2) zu arbeiten. Zwei entstandene, separate Mod-Projekte schlossen sich zu Black Mesa: Source zusammen. Das Spiel orientiert sich an Half-Life, Texturen, Grafikmodelle, Sounds, Animationen und Levels wurden komplett neu erstellt und man wollte all die Sachen verbessern, die am Original störten.

Die neu gestaltete Lobby in Black Mesa. Parallelen zum Original deutlich erkennbar.

Anders als andere Unternehmen, verbot Valve die Entwicklung eines Fan-Remakes nicht. Im Gegenteil, Valve unterstützte sogar. Lediglich die Bezeichnung „Source“ sollte nicht im Titel auftauchen. Und so erschien 2012 eine erste Version kostenlos auf Steam, die alles enthielt außer die letzten Kapitel, die in der Alienwelt Xen spielten. Dieser Teil sollte später erscheinen. 2015 wurde eine verbesserte, kostenpflichtige Version veröffentlicht.

Nun ist Black Mesa komplett.

Auch die Source-Engine hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Black Mesa holt das Maximum heraus.

Das Spiel ist nicht nur ein HD-Remaster, es ist ein Remake. Die Umgebungen und alle Elemente der Handlung folgen sehr weitgehend dem Original, es gibt aber zusätzliche Elemente und eine zeitgemäße Interpretationen des Spielflusses. Alle Level wurden neu gestaltet, ganze Passagen modernisiert, Schwachstellen beseitigt und 3D-Rätsel hinzugefügt.

Vergleich der Alienwelt Xen zwischen Original (links) und Remake (rechts).

Die größte Verbesserungen gibt es auf der Alienwelt Xen. Dieser Abschnitt fand im Original am wenigsten Anklang. Die übertrieben bunte Umgebung, der übertriebene Schwierigkeitsgrad und das Hüpfen von einer freischwebenden Plattform zur nächsten machten wenig Spaß. Zudem kam die Engine an ihre Grenzen, die geringe Polygonanzahl und die verwaschenen Texturen fielen hier besonders auf. In Black Mesa sieht die Alien-Welt nun aus wie eine Alien-Welt. Das Erwachen auf Xen ist einfach spektakulär. Die Plattform-Passagen wurden entschärft, es gibt gelungene Rätsel.

Laut ersten Kritiken ist ist es den Entwicklern mit Bravour gelungen, ein modernes Spiel zu schaffen, ohne den Geist der Vorlage zu vergessen. Videospielhistorisch ist diese Leistung gar nicht hoch genug einzuschätzen, lässt sich der Klassiker Half-Life nun bereits in drei Iterationen spielen (Original von 1998, Source-Engine-Port als Remaster von 2004, Black Mesa als modernes Remake).

 

 

 


Quellen:

 

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