Monkey Island 2 – Vor 25 Jahren erschienen

Heute vor 25 Jahren, am 1. Dezember 1991, erschien der Adventure-Klassiker Le Chucks Revenge: Monkey Island 2. Eine kurze Huldigung.

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1991

1. Dezember 1991 – 25 Jahre. Das sind in der Computer- und Softwarebranche Epochen. Der erste Familien-PC stand bei uns erst 24 Tage später auf dem Tisch. In dem Jahr hatte mich gerade Teil 1, The Secret of Monkey Island, begeistert, das ich am PC meiner Cousine spielen durfte. Anfang 1992 las ich dann im Spiele-Magazin „Play Time“ von Monkey Island 2 und war völlig geflasht von den Screenshots. Solch eine Farbenpracht hatte ich auf meinem PC noch nicht gesehen. Wow, das musste ich spielen.

Irgendwann kam es dann auch vom Schulhof „reingeflattert“. Zusammen mit einem kopierten Code-Rad zum ausschneiden. Ihr wisst schon. Und schon beim ersten Start merkte ich, dass etwas anders ist als bisher, dass das ein besonderes Spiel sein musste. Das wollte ich nicht einfach so losspielen. Ich wollte vorbereitet sein. Ich wollte des Spielens würdig sein.
Und so arbeitete ich zuvor meine Liste ab. Zuerst bettelte ich meinen Vater an, in ein Soundblaster-Karte zu investieren, weil wir die „unbedingt brauchen“. Dann musste ich natürlich noch einmal Teil 1 für mich alleine spielen, ohne das Abwechseln mit den Verwandten. Und so baute sich der Hype immer weiter auf. Jetzt war ich würdig.

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Tief in der Karibik – Scabb Island

Was ich nun auf dem Bildschirm sah und hörte haute mich um. Schon mit dem Lucas Arts Logo und der einsetzenden Musik hatten sie mich gefesselt. Die handgezeichneten Hintergründe in ihrer Farbenpracht hauten mich um. Die stimmungsvollen Inseln, die toll gezeichneten Charaktere und die witzigen Animationen – so was hatte ich noch nicht gesehen. Und das war nur die Oberfläche.

Was die Entwickler an Gags, Rätseln und absurden Einfällen abfeuerten war ganz groß. Das Rätseldesign gehört für mich heute noch zum Besten, was das Adventure-Genre jemals hervorgebracht hat. Die Suche nach den 4 Kartenteilen ließ die Linearität verschwinden. Kam man mit der einen Karte nicht weiter, konnte man mit der andere weitermachen. Natürlich waren auch einige fiese Rätsel dabei, ich sage nur Glücksrad oder Monkey-Wrench. Aber es war normal zu dieser Zeit, dass man auch mal hängen blieb, das Spiel aus machte und über Nacht im Kopf Lösungen suchte. Auch etwas, dass ich heute im Zeitalter der Internetsuche vermisse.

Auch das Ende war außergewöhnlich, teilte es doch die Spieler in zwei Fraktionen. Die, die das Ende hasste und die, die es mochte. Ich weiß noch, ich war kurz irritiert, fand diese letzte Wendung dann aber toll.

Und heute?

Ich finde, das Spiel ist erstaunlich gut gealtert. Entgegen manch anderen Meinungen finde ich den Humor auch nicht zu pubertär. Es ist eines der Spiele, zu welchem ich regelmäßig zurückkehre. Es hat einfach großartige Szenen, die ich immer wieder gern besuche und Gags, über die ich auch heute noch lachen kann. Manchmal schaue ich mir auch einfach nur das Intro an und lausche der Titelmusik, die mich dann den restlichen Tag begleitet.

Ich spiele am liebsten die Originalversion mittels ScummVM. Die gibt es leider nur noch bei legal bei Ebay. Bei GOG und Steam gibt es die Spezial Edition von 2010. Auch die kann man gut spielen. Sie hat modernisierte Grafiken, neu eingespielte Musik und Sprachausgabe, der Charm wurde aber leider nicht zu 100% übertragen. Diese Version ist aber besser als die Spezial Edition von Teil 1 und hat die Option, dass der Spieler auf Tastendruck zur Originalversion wechseln kann.

 

7 Gedanken zu „Monkey Island 2 – Vor 25 Jahren erschienen

  • 3. Dezember 2016 um 16:27
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    Ich finde FoA ist besser gealtert als MI2 und mich konnte auch die Special Edition nicht mehr so begeistern. Schade. Denn früher hab ich da staunend davor gesessen. Müsste auch noch so ne Kopie von dem Coderad rumliegen haben …

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    • 3. Dezember 2016 um 18:31
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      Könnte es bei der SE am Stil liegen? Der hat mich auch nicht wirklich begeistert. Aber umgeschaltet auf alt und mit Sprachausgabe, finde ich das auch heute noch sehr gut spielbar. Und das alte Gefühl kommt bei mir auch hoch.

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      • 4. Dezember 2016 um 12:38
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        Kann sein. Ich hab da auch gute Erinnerungen dran. Vielleicht will ich einfach das Ende nicht wieder sehen. 😉

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    • 4. Dezember 2016 um 17:12
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      Indy 4 ist ja auch eindeutig das bessere Spiel. Auch spielhistorisch gesehen.

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      • 5. Dezember 2016 um 17:43
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        Das auf jeden Fall.

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      • 6. Dezember 2016 um 18:49
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        Das meinte ich auch. Die Rätsel, die 3 Wege, die Ernsthaftigkeit der Geschichte und der leichte Humor wie in den Filmen. Dazu Sophia. FoA entwickelt auch heute noch einen Flow beim Spielen, den ich bei Monkey Island nicht mehr bekomme.

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        • 6. Dezember 2016 um 22:24
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          Das kann ich unterschreiben. Dieser locker-flockige Spielfluss ist auch heute noch ganz vorn dabei.

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