Zork (1977) Categories: Adventure Timelines: 1978-1983 – Golden Age

Adventure – Ein frühes Textadventure, das zur Gründung von Infocom führte.

Titel: Zork (1977), Dungeon (1978), Zork (1979), Zork I: The Great Underground Empire (1980)
Release: Sommer 1977 erste dpielbare Version am MIT, November 1980 Veröffentlichung der kommerziellen Version Zork I
Plattform:  PDP-10 (1977), PDP-11, TRS-80, Apple II (alle 1980)
Entwickler:  Dave LeblingMarc BlankBruce DanielsTim Anderson am MIT, Infocom ab 1979
Publisher: Personal Software, Infocom

Infos und Geschichte des Spiels

Inspiriert von Colossal Cave Adventure beschlossen Dave Lebling, Tim Anderson und Marc Blank, Mitglieder der Dynamic Modeling Group am MIT, im Frühjahr 1977 eine verbesserte Variante mit der Programmiersprache MDL auf einem PDP-10-Computer zu schreiben. Sie nannten es Zork, ein üblicher Name am MIT für nicht abgeschlossene Programme. Die erste spielbare Version von Zork wurde 1977 zum laufen gebracht und in den nächsten Jahren auch von anderen Studenten weiterentwickelt und erweitert und in die Programmiersprache Fortran portiert.

1979 gründeten Lebling, Anderson und Blank zusammen mit weiteren MIT-Angestellte und Studenten die Firma Infocom und begannen mit der Portierung des Spiels auf Personal Computers, um es kommerziell vertreiben zu können. Diese Systeme unterstützten aber kein MDL, hatten keinen Fortran-Compiler und verwendeten Floppy-Disk-Systeme mit 180 kB Speicher oder Kassetten. Zu wenig für das 1 MB große Spiel. Und so hatten Joel Berez und Marc Blank die Idee, eine neue Programmiersprache für Computer zu erstellen – „Zork Implementation Language“ oder kurz „ZIL“. Diese würde in einer virtuellen Maschine, der Z-Maschine, laufen. Der Interpreter konnte dann relativ einfach für die unterschiedlichen Systeme bereitgestellt werden und die einmal erstellten Z-Dateien, die die Anweisungen enthielten, übersetzen.

Das löste das Speicherproblem aber nicht und so wurden nach und nach Teile des Spiels entfernt, bis es auf eine Floppy-Diskette passte. Am Ende musste das Spiel in 3 Teile aufgeteilt werden: Zork I: The Great Underground Empire (1980), Zork II: The Wizard of Frobozz (1981) und Zork III: The Dungeon Master (1982). Während Zork I der ersten Hälfte des Originalspiels sehr ähnlich ist, unterscheiden sich die Fortsetzungen sehr von der zweiten Hälfte.

Scott Cutler erstellte Anfang 1980 eine TRS-80-Version. Damit konnte Mitte 1980 Personal Software (PS) als Vertriebspartner gewonnen werden, die wahrscheinlich erste Softwarevertriebsfirma für Mikrocomputer. Im November 1980 erfolgte der erste Verkauf der PDP-11-Version durch PS und im Dezember begann der Verkauf für TRS-80. In den nächsten neun Monaten wurden 1.500 Exemplare verkauft. Die Apple II-Version von Bruce Daniels begann im Februar 1981 mit dem Verkauf, und bis September verkaufte PS 6.000 Exemplare.

Trivia

  • Der Title Zork ist ein Nonsens-Wort, welches am MIT zu dieser Zeit für Software verwendet wurde, die sich in Work-In-Progress befand.
  • 1978 nannten die Entwickler das Spiel Dungeons, erhielten aber bald Post von Tactical Studies Rules (TSR), den Herausgebern von Dungeons & Dragons, mit dem Hinweis, dass das Spiel Urheberrechte verletzt. So änderten sie den Namen wieder in Zork.
  • Infocom begann damit, Zork ins Deutsche zu übersetzen, fand es jedoch schwierig, den Parser neu zu programmieren. Daher existiert nur eine deutsche Beta-Version.
  • Der bekannten Infocom-Satzes „Hello, Sailor!“ hat hier seinen Ursprung. Gibt man ihn ein, bekommt man in fast jedem Infocom-Spiel als Antwort „Nothing happens here“. Er gilt als der älteste rote Hering des Adventure-Genres.
  • Man kann herausfinden, wie viele Blätter sich in dem Laubhaufen befinden, indem man „count leaves“ eingibt: 69.105. Die Zahl ist ein Running Gag in Infocom-Adventures. 69 in Dezimal ist 105 in Oktal, 105 in Oktal ist 69 in Hexadezimal.


Quellen: